Beteiligung
Jugendbeteiligungskonferenz myvision | Foto: KOJA Rosenheim
Deine Stimme zählt! Ja, auch bei Wahlen, aber nicht nur da, sondern viel viel öfter!
Oft wird über die Interessen von Jugendlichen entschieden, ohne dass ihre Meinung gehört wird.
Dabei kannst du selbst viel bewirken, wenn du dich einbringst.
In diesem LIFE HACK erklären wir, wo und wie man sich beteiligen und sein Umfeld mitgestalten kann, auch wenn man noch keine 18 ist.
Deine Rechte
Partizipation
Jugend-Beteiligung, die manchmal auch Partizipation genannt wird, ist eines der Kinderrechte, die die Vereinten Nationen (United Nations, kurz UN) 1989 beschlossen haben. Das ist festgelegt in der UN-Kinderrechts-Konvention. Als Kinder zählen hier alle Menschen, die noch nicht volljährig sind.
Das Beteiligungsrecht gehört sogar zu den 4 Grundprinzipien. Es sagt: Kinder haben das Recht, an Entscheidungen teilzuhaben, die ihr eigenes Leben betreffen.
UN KINDERRECHTE
Artikel 12: Berücksichtigung des Kindeswillens
„(1) Die Vertragsstaaten sichern dem Kind, das fähig ist, sich eine eigene Meinung zu bilden, das Recht zu, diese Meinung in allen das Kind berührenden Angelegenheiten frei zu äußern, und berücksichtigen die Meinung des Kindes angemessen und entsprechend seinem Alter und seiner Reife.“
Macht & Verantwortung
Wenn Erwachsene Kinder beteiligen, dann geben sie ein Stück ihrer Macht ab, egal ob sie Eltern, Schulleiter, Vorgesetzte oder Politiker sind. Und wenn Menschen (egal welchen Alters) mitreden und sich beteiligen wollen, dann übernehmen sie dabei automatisch auch immer ein bisschen Verantwortung.
Es gibt verschiedene Stufen von Beteiligung. Es kann sein, dass man nur angehört wird oder Vorschläge machen darf. Mehr Beteiligung entsteht, wenn man mit einer konkreten Aufgabe betraut wird oder ein Budget dafür bekommt. Grenzen von Beteiligung gibt es auch.
In deiner Stadt oder Gemeinde
Trau dich!
Wer sich beteiligt, zeigt Haltung.
In deinem Wohnort kannst du dich politisch beteiligen. Viele Entscheidungen treffen der Gemeinde- oder Stadtrat und die Bürgermeister*innen, zum Beispiel wofür Geld ausgegeben wird und wofür nicht.
Manchmal wissen die Politiker*innen auch gar nicht, was Kinder und Jugendliche sich wünschen. Vielleicht meinen sie es gut, treffen aber die falschen Entscheidungen.
Viele Erwachsene interessiert, was junge Menschen denken. Aber jemand muss den Mut haben, es ihnen zu sagen.
Jugendbeirat
Jugendbeteiligung wird noch nicht so oft aktiv angeboten, aber immer häufiger.
Auf der anderen Seite werden die Möglichkeiten auch nicht immer von den Jugendlichen wahrgenommen.
In wenigen Städten und Gemeinden gibt es dafür eigene Gremien. Prien am Chiemsee zum Beispiel hat einen Jugendrat und bei der Stadt Rosenheim heißt es Jugendbeirat.
Jugendliche haben oft gute Ideen, auf die die Erwachsenen nicht kommen, weil sie eine andere Sichtweise haben!
Jugendbeauftragte
In immer mehr Orten werden ein oder zweimal im Jahr alle jungen Leute eingeladen, um den Bürgermeistern und Gemeinderäten zu sagen, was ihnen wichtig wäre, z.B. ein Radweg, ein Nachtbus, ein Skateplatz oder Bänke zum Chillen. Sie heißen z.B. Jungbürger-Versammlung und sind eine super Gelegenheit, Ideen einzubringen und Dinge zu verändern! Es gibt sie bereits in Feldkirchen-Westerham, Nußdorf, Prutting, Rott, Samerberg, Soyen und Wasserburg.
Wenn es das in deinem Ort (noch) nicht gibt, dann geh mal ins Rathaus und frag, wer bei euch der oder die Jugendbeauftragte ist! Vielleicht kannst du mit seiner / ihrer Hilfe sogar selbst eine Jungbürger-Versammlung ins Leben rufen.
Oder du fragst, wann die Sprechstunde des Bürgermeisters ist und gehst (mit Freunden) da mal hin.
In deiner Schule
Schon im Kindergarten können Kinder beteiligt werden, z.B. indem man sie mitentscheiden lässt, wie ein Raum dekoriert wird, wann gegessen wird oder welches Motto eine Feier haben soll.
In der Schule gibt es meist Gremien oder Arbeitskreise, wie Klassensprecher und die SMV, ein Mediatoren-Team, der AK Umwelt oder das Orga-Team fürs Schulfest. Wenn man nicht in die SMV gewählt wurde, aber das Schulleben mitgestalten will, kann man sich bei Projekten und Aktionen engagieren. Denn wer mithilft, kann oft auch leichter mitbestimmen!
In Schulen gibt es einige Grenzen der Beteiligung. Vermutlich wird es schwierig, dass der Unterricht erst um 10 Uhr anfängt oder die Hausaufgaben abgeschafft werden. Aber vielleicht könnt ihr Musik in der Aula, einen vegetarischen Tag beim Pausenverkauf oder keine Noten in der Woche vor den Weihnachtsferien erreichen. Oder ihr bewirkt, dass ein Jogginghosen- oder Mützenverbot abgeschafft wird.
Das sind natürlich nur Beispiele – bestimmt hast du schon eigene Ideen!
In der Freizeit
Ob Sport, Kultur, Umwelt oder Politik, es gibt viele Jugendgruppen in Vereinen, Parteien und Organisationen, wo man mitmachen und sich einbringen kann. Auch die Jugendfeuerwehr oder das THW suchen immer Nachwuchs.
Je besser du dich vernetzt, desto mehr kannst du bewegen.
Auch in Familien haben Kinder und Jugendliche das Recht, beteiligt zu werden, wenn es um Dinge geht die sie betreffen.
Das Zimmer umgestalten, eine Mahlzeit verschieben oder das Fernsehprogramm bestimmen? Sprich deine Wünsche offen, aber ohne Vorwürfe an. Und vielleicht kannst du auch selbst Angebote machen, so dass am Ende für alle etwas besser wird.
Wahlen
Auch wählen gehen ist eine Form von Beteiligung.
Hier im Landkreis Rosenheim darfst du aktuell ab 16 Jahren bei der Europawahl mitwählen und ab 18 Jahren bei den Kommunalwahlen, Landtags- und Bundestagswahlen.
In Schulen wählt man Klassensprecher und eine SMV.
In Vereinen wird ein Vorstand gewählt.
Überall wählt man Repräsentant*innen, denen man zutraut, dass sie die eigenen Interessen gut vertreten werden.
Grenzen
Beteiligung bedeutet die Abgabe von Macht und dabei gibt es sinnvollerweise Grenzen.
Ganz wichtig ist, dass immer klar kommuniziert wird, wie weit die angebotene Beteiligung geht. Ob man sich z.B. nur Ideen anhört, oder im Anschluss auch prüft, ob diese umgesetzt werden können.
Ein gutes Beteiligungsformat sollte nicht nach einem Termin beendet sein. Wer teilgenommen hat, sollte im Anschluss darüber informiert werden, wie es mit den Ideen oder der Kritik weitergegangen ist. Dazu gehört auch ein ehrliches Feedback, warum am Ende vielleicht etwas nicht (oder noch nicht) umgesetzt werden konnte.
Sich zu beteiligen ist immer freiwillig. Aber es kann sehr wertvoll sein, wenn man erlebt, dass man etwas bewirken kann. Das nennt man Selbstwirksamkeit.
Keine Grenzen für Beteiligung sollten zum Beispiel Geschlecht, Einkommen oder Religion sein! Tatsächlich ist es so, dass sich Mädchen und Frauen teils schwerer damit tun, zu formulieren, was sie sich wünschen. Das kann zur Folge haben, dass Jungs und Männer mehr Macht bekommen und mehr bestimmen. Ändern kann man das nur, indem man sich als Frau aktiv beteiligt!
Jugendliche haben oft wertvolle Perspektiven und Ideen, die wichtig sind – sowohl für ihre eigene Zukunft als auch für die Gesellschaft insgesamt.
Wenn du dich aktiv einbringst, kannst du nicht nur deine Interessen vertreten, sondern auch andere inspirieren, mitzumachen.
Du wirst nicht nur gehört, sondern hilfst mit, Lösungen für Probleme zu finden, die alle betreffen.
Nutze die Chancen und mach das Leben besser!
Infos & Kontakt
Im Landkreis Rosenheim ist Stephanie Meier die beste Ansprechpartnerin für alle Fragen der Beteiligung.
Sie arbeitet für die Kommunale Jugendarbeit im Landratsamt.
Du kannst sie anrufen oder per E-Mail anschreiben.
Entweder kann sie dir direkt weiterhelfen oder dir die richtigen Ansprechpartner für deine Anliegen nennen.
Stephanie Meier
Telefon: 08031-392-246 17
E-Mail: stephanie.meier@lra-rosenheim.de
Stephanie Meier | Kommunale Jugendarbeit im LK Rosenheim
Aktuelle Infos und Termine zu Beteiligung bayernweit findest du auf der Webseite der Fach- und Servicestelle für Kinder und Jugendbeteiligung in Bayern. Auch die Jugendpolitiktage sind eine super Gelegenheit, um sich zu beteiligen.
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