Während andere am Wochenende ausschlafen oder abends nach der Arbeit auf der Couch liegen und fernsehen, steigt er aufs Fahrrad, läuft hunderte Kilometer oder trainiert für Wettkämpfe, die für die meisten Menschen unerreichbar wirken. Ob eine Radtour von Edling bis nach Pisa, die Umrundung Zyperns auf zwei Rädern, ein doppelter Indoor-Ironman oder mit dem Fahrrad so oft einen Berg raufzufahren, bis man 8848 Höhenmeter, die Höhe des Mt. Everest, hat – Leon beweist immer wieder, wie weit der menschliche Körper und vor allem der Kopf gehen können.
Wir haben mit ihm darüber gesprochen, wie er zum Extremsport gekommen ist, was ihn antreibt und warum er seine Abenteuer auf Social Media teilt.
Sein Motto ist: „Wenn ich noch einen Schritt machen kann, dann mache ich den auch.“
Wie kam es zu dem Interview?
Als wir uns über neue Artikelideen und mögliche Interview-Partner unterhalten haben, ist mir eingefallen, dass ein ehemaliger Mitschüler von ein paar von uns, Leon Vinkelau, mit seinem Content auf Instagram gerade sehr erfolgreich ist. Ich habe ihn angeschrieben und einen Termin für ein Interview mit ihm ausgemacht. Das aRound-Team hat sich dann am Montag, den 08.06.26, mit ihm online getroffen und durfte ihm ein paar Fragen stellen.
Vom spontanen Fahrradausflug zum Extremsport
Dass Leon einmal hunderte Kilometer am Stück zurücklegen würde, hätte er selbst wahrscheinlich nicht gedacht. Seine Reise in die Welt des Extremsports begann nämlich vor gerade einmal zweieinhalb Jahren.
„Des war eigentlich so, dass ich damals mit einem Kumpel die Idee hatte, zum Gardasee zu radln.“, erzählt er. Aus dieser einen verrückten Idee wurden schnell weitere Touren. Gemeinsam fuhren die beiden unter anderem auch zum Bodensee. Doch während sein Freund irgendwann mit den langen Touren aufhörte, machte Leon weiter. Für ihn war das nur der Anfang. Aus einzelnen Radtouren wurde eine Leidenschaft, aus der Leidenschaft ein Lebensstil. Mittlerweile gehören Laufen, Schwimmen, Radfahren sowie Marathon- und Triathlon-Wettkämpfe fest zu seinem Alltag.
Die größten Abenteuer: Von Edling über Pisa nach Zypern
Wenn man Leon fragt, welche seiner bisherigen Herausforderungen ihm am meisten in Erinnerung geblieben sind, fällt ihm die Auswahl nicht leicht. Trotzdem hat er drei Favoriten.
An erster Stelle steht seine Radtour nach Pisa. Dabei fuhr er die gesamte Strecke von Edling bis in die berühmte italienische Stadt – und zwar ohne längere Pause, in einem einzigen Rutsch, 680 km, eine Leistung, die nicht nur körperliche Stärke, sondern vor allem mentale Ausdauer verlangt.
Auf Platz zwei folgt sein doppelter Indoor-Ironman. Die Zahlen allein zeigen, wie extrem diese Herausforderung war: 7,6 Kilometer Schwimmen, 360 Kilometer Radfahren und anschließend noch 84 Kilometer laufen. Eine Distanz, bei der viele Sportlerinnen und Sportler bereits nach einem normalen Ironman an ihre Grenzen kommen würden.
Sein drittes persönliches Highlight war die Umrundung der Insel Zypern mit dem Fahrrad. Eine Tour, die nicht nur sportlich anspruchsvoll war, sondern auch durch die besondere Landschaft und die vielen neuen Eindrücke unvergesslich blieb.
Die größte Herausforderung sitzt im Kopf
Doch was lernt man eigentlich, wenn man sich immer wieder freiwillig an seine Grenzen bringt? Für Leon ist die wichtigste Erkenntnis das Durchhaltevermögen. Beim Extremsport geht es nicht nur darum, einen starken Körper zu haben. Viel entscheidender ist der Kopf.
Sein persönliches Motto lautet: „Wenn ich noch einen Schritt machen kann, dann mache ich den auch.“
Dieser Gedanke hat ihn durch viele schwierige Momente begleitet. Gerade bei langen Touren oder Wettkämpfen gibt es immer wieder Situationen, in denen der Körper müde wird und der Kopf einem sagt, dass es genug ist. Genau in diesen Momenten entscheidet sich für ihn, wie weit man wirklich gehen kann.
Ausbildung, Training und Freunde – wie passt das alles zusammen?
Wer sich Leons Leistungen anschaut, stellt sich schnell eine Frage: Woher nimmt er eigentlich die Zeit dafür? Neben seinem Sport macht der 23-Jährige eine Ausbildung zum Physiotherapeuten. Seine Trainingseinheiten finden deshalb meist nach Feierabend statt. Viel Freizeit bleibt dabei nicht übrig.
„Es ist auf jeden Fall schon so, dass da dann zeitlich alles recht eng ist und man alles gut planen muss“, erklärt Leon. Denn ohne regelmäßiges Training seien solche Leistungen nicht möglich.
Trotzdem versucht er, eine gesunde Balance zu halten. Auch wenn der Sport ein großer Teil seines Lebens ist, sind ihm seine Freunde und sein Privatleben wichtig. Deshalb nimmt er sich bewusst auch einmal einen Tag frei, um Zeit mit anderen Menschen zu verbringen.
Vom Sportler zum Creator
Neben seinen sportlichen Herausforderungen ist Leon auch auf Social Media aktiv. Dort nimmt er seine Community mit bei seinen außergewöhnlichen Abenteuern.
Die Idee dazu kam ihm durch andere Sport-Influencer. Er dachte sich: „Das kann ich auch.“
Heute weiß er, dass die Entscheidung richtig war. Besonders die positiven Rückmeldungen seiner Zuschauerinnen und Zuschauer motivieren ihn, weiterzumachen. Viele Menschen schreiben ihm, dass seine Videos sie dazu gebracht haben, selbst aktiver zu werden oder neue sportliche Ziele zu verfolgen.
Seine Tipps für junge Creatorinnen und Creators
Wer selbst mit Social Media starten möchte, kann sich von Leon einiges abschauen. Sein wichtigster Tipp: Qualität vor Quantität. Anstatt jeden Tag viele mittelmäßige Videos hochzuladen, sollte man lieber mehr Zeit in ein richtig gutes Video investieren.
Außerdem rät er dazu, sich nicht von der Kamera einschüchtern zu lassen. Gerade am Anfang fühlt es sich komisch an, in eine Kamera zu sprechen. Mit der Zeit werde das aber immer normaler.
Ein weiterer Tipp: Nicht extra für Social Media irgendwas machen. Stattdessen sollte man die Dinge filmen, die man sowieso gerne macht. Authentizität ist für ihn der Schlüssel zu langfristigem Erfolg.
Ein besonderer Moment auf dem Weg nach Wien
Bei all seinen großen Abenteuern sind es oft die kleinen Begegnungen, die besonders in Erinnerung bleiben.
Auf einer seiner Fahrradtouren nach Wien hielt Leon an einem Supermarkt. Dort kam er mit einer älteren Frau ins Gespräch. Sie fragte ihn, wohin seine Reise gehe. „Nach Wien“, antwortete er.
Die Frau war völlig überrascht, dass jemand einfach mit dem Fahrrad eine solche Strecke zurücklegen wollte. Für ihn war das ein schöner Moment, weil die Frau sich sehr für seinen Sport interessiert hat und ein tolles Gespräch daraus entstand.
Ein Lieblingsort direkt vor der Haustür
Wie bei allen Interviews haben wir auch Leon gefragt, was sein Lieblingsort im Landkreis ist. Für ihn ist das Gstad am Chiemsee.
Rapid Fire mit Leon
Zum Abschluss haben wir Leon noch einige schnelle Entweder-oder-Fragen gestellt:
Hotel oder Zelt?
Zelt
Google Maps oder klassische Karte?
Google Maps
Radfahren, Laufen oder Schwimmen?
Schwimmen
Nord- oder Südeuropa?
Südeuropa
Berge oder Meer?
Berge
Triathlon oder Marathon?
Triathlon
Fotos oder Videos?
Videos
Eigene Tour oder Wettbewerb?
Eigene Tour
Instagram, YouTube oder TikTok?
Die Grenzen des Sports – und wie man sie überwindet
Leons Geschichte zeigt, dass außergewöhnliche Leistungen nicht immer aus einem großen Plan entstehen müssen. Manchmal beginnt alles mit einer verrückten Idee – wie einer Fahrradtour zum Gardasee. Heute ist daraus eine Leidenschaft geworden, die ihn quer durch Europa und immer wieder über seine eigenen Grenzen führt.
Sein nächstes Projekt führt ihn wirklich quer durch Europa. Im August will er vom nördlichsten Punkt Europas zum südlichsten Punkt mit dem Fahrrad fahren. Ganze 6000 km und das in 30 Tagen, also ungefähr 200km pro Tag. Falls ihr wissen wollt, ob er es schafft und wie es ihm dabei geht, könnt ihr das auf seinen Social-Media-Kanälen verfolgen.
Leons Social-Media-Kanäle: