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Kandidatencheck Landrat | Martin Bauhof (Die Linke)

Foto: Profilbild eines lächelnden Jungen mit braunen haaren, der ein grünes T-Shirt und eine blaue Jacke trägt.

9. Februar 2026

Artikel von: Flo

Kategorie: Heimat, Interview, Politik

Martin Bauhof (Die Linke)

Am 8. März wird neu über das Amt des Landrats im Landkreis Rosenheim abgestimmt. Auf den Stimmzetteln stehen die Namen von sechs Kandidaten und einer Kandidatin. Wir stellen sie euch im Kandidaten-Check vor und haben dazu allen dieselben Fragen gestellt.

Martin Bauhof ist Landesvorsitzender der Partei Die Linke.

 

Sein Motto:
Martin Bauhof – will, dass Wohnen nicht arm macht!

 

1) Bitte stellen Sie sich kurz vor: Wer sind Sie, wofür stehen Sie politisch und warum kandidieren Sie für das Amt des Landrats?

 

Mein Name ist Martin Bauhof und ich finde, Wohnen darf nicht arm machen. Ich kandidiere als Landrat, damit alle hier ein echtes Zuhause haben und niemand mehr wegziehen muss, weil er oder sie keine Wohnung findet.

Meine Privilegien (weiß, männlich, akademisch) für alle einzusetzen, die nicht das Glück hatten, in Deutschland in eine gut versorgte Familie geboren zu sein, ist für mich selbstverständlich. Ob mich eher Robin Hood oder St. Martin inspiriert, wechselt von Tag zu Tag.

Privat lebe ich mit meiner Partnerin und zwei Kindern auf einem kleinen Hof, wo wir eine Handvoll Ziegen halten. Ich bin Landesvorsitzender der Linken in Bayern und gehe für mein Leben gern tanzen und snowboarden.

 

2) In vielen Gemeinden fährt nur selten ein Bus, in einigen Ortsteilen nur der Schulbus. Wie wollen Sie den ÖPNV im Landkreis ausbauen und im Rahmen der Verkehrswende attraktiver machen?

 

Als erstes braucht es endlich einen abgestimmten Fahrplan für das bestehende Angebot. Es kann nicht sein, dass Busse wenige Minuten vor Ankunft der Züge an Bahnhöfen abfahren – oder umgekehrt.

Zudem sollte der Landkreis das 365-Euro-Ticket für alle Schüler*innen zahlen.
Dass Kinder je nach dem, wo sie zur Schule gehen, kostenlos bis Landshut oder Kaufering fahren dürfen – oder zahlen müssen, wenn sie ins Nachbardorf wollen – ist einfach unfair.

Und ich will den Discobus wieder einführen. Fast dreißig Jahre ist der Nachtbus günstig und sicher in den Landkreis gefahren, das muss doch heute auch machbar sein.

 

3) 2024 waren viele Gemeinden von einem „Jahrhunderthochwasser“ betroffen. Welche konkreten Maßnahmen sollte der Landkreis ergreifen, um sich künftig besser vor Naturkatastrophen zu schützen?

 

Nicht nur 2024: Bei uns in der Nachbarschaft gab es in den letzten 15 Jahren drei Sturzfluten mit z.T. extremen Folgen. Die Flüsse und Bäche brauchen unbedingt mehr Platz und Flächen für gezielte Ausuferungen. Außerdem sind Hochwasserrückhaltebecken notwendig.

Zudem muss der Landkreis mehr Klimaschutz betreiben. Je heißer es wird, desto mehr Hochwasser wird es geben. Da helfen am Ende auch die höchsten Dämme nicht. Deshalb werde ich im Kreistag den Antrag einbringen, bei jedem Vorhaben die klimafreundlichste Lösung zu wählen.

 

4) Welche Schule haben Sie besucht? Wenn Sie heute noch einmal Schüler wären: Welche konkreten Veränderungen würden Sie sich für die Schulen im Landkreis wünschen?

 

Ich war elf Jahre auf der Waldorfschule und zwei Jahre auf dem Gymnasium. Heute gehen meine Kinder in Rosenheim und Bruckmühl auf die Schule und ich bin erschrocken, wie altbacken die Schule immer noch ist.

Grundsätzlich finde ich, Hausaufgaben und Exen gehören abgeschafft. Genauso wie das „Grundschulabitur“ und das dreigliedrige Schulsystem. Wenn alle zusammen lernen, hilft das allen, das zeigen viele Studien. Leider hat der Landkreis darauf nur wenig Einfluss.

Einen Schritt in die Richtung möchte ich trotzdem anstoßen: Es sollte gemeinsame Angebote aller Schulformen im Ort geben, wie Theater-AGs, Schulorchester oder Klassenfahrten, an denen alle Schüler*innen teilnehmen können.

 

5) Viele Vereine kämpfen mit Nachwuchsmangel, Sanierungsbedarf und fehlenden Mitteln. Hierzu gehören u.a. der BRK und die Johanniter, die Tafeln sowie Kulturpflegevereine. Wie möchten Sie diese als Landrat unterstützen, damit sie ihre Arbeiten fortsetzen können?

 

Das fehlende Geld in den Kommunen und Kreisen ist ein Problem, das wir auf dieser Ebene nicht lösen werden. Deshalb möchte ich über den Landkreistag und zusammen mit den Gemeinden über den Städtetag für die Vermögenssteuer lobbyieren.
Allein Bayern würde daraus 19 Milliarden erhalten. Das würde den finanziellen Spielraum für den Freistaat und die Kommunen massiv erweitern.

Um dem Nachwuchsmangel entgegenzuwirken, halte ich eine Anbindung an freiwillige Angebote in den Schulen für ein sehr gut vorstellbares Konzept.

 

6) Die Mieten im Landkreis Rosenheim steigen, wie im kompletten Münchner Verdichtungsraum, stetig an. Wie und wo kann neuer Wohnraum entstehen, und wie stellen Sie sicher, dass auch Menschen mit geringem Einkommen (Auszubildende, Studenten, junge Familien usw.) bezahlbar wohnen können?

 

Neuer Wohnraum hilft nur, wenn er bezahlbar ist. Ansonsten treibt er alle Mieten in die Höhe. Deshalb muss die Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises gestärkt werden, um für bezahlbaren Neubau zu sorgen.

Außerdem stehen im Landkreis 4.500 Wohnungen leer – mehr als die Hälfte davon seit über einem Jahr. Diese Wohnungen will ich nutzbar machen.
Ganz oft stehen private Wohnungen leer, weil die Vermietung als zu aufwendig erscheint. Deshalb sollte unsere Wohnungsbaugesellschaft die Vermietung organisieren und die Wohnungen für Neben- und Reperaturkosten als Sozialwohnungen vergeben. Selbst wenn die Besitzer kein Geld verdienen, profitieren sie davon, da ihre Wohnungen nicht verfallen.

 

7) Weltweit existiert ein Artensterben von Insekten, wie werden Sie vor Ort investieren, um die Insekten und Tiere zu schützen?

 

Der beste Artenschutz ist eine Landwirtschaft, die Platz für Insekten und andere Lebewesen lässt und auf Pestizide verzichtet. Dazu werde ich mit den Bäuerinnen und Bauern ins Gespräch gehen und den Kontakt zu den örtlichen Bauern- und Anbauverbänden suchen.

 

8) Nicht kommerzielle „Third Places“ wie Jugendtreffs oder öffentliche Sportplätze sind wichtig für die Begegnung (nicht nur) junger Menschen und um Einsamkeit entgegenzuwirken. Sind Sie dafür, solche Angebote auszubauen?

 

Treffpunkte, draußen wie drinnen, an denen nichts gekauft oder gezahlt werden muss, sind insbesondere für junge Menschen unverzichtbar. Sie müssen unbedingt ausgebaut werden.
Die Jugendtreffs gehören ausgeweitet und beispielsweise die Öffnungszeiten bis 22:00 Uhr verlängert; bis der Stress zu Hause abgeflaut ist.

Außerdem möchte ich Außentreffpunkte schaffen, die so angelegt sind, dass die Lautstärke keine Nachbarn stört. Diese sollen die Jugendlichen mitentwickeln und selbst gestalten, sodass eine Verbundenheit zu den Orten entsteht und die Nutzer*innen Verantwortung für ihre Orte übernehmen.

 

9) Viele Kommunen sind finanziell stark belastet und können ihre Aufgaben zum Teil nicht mehr erledigen. Wo würden Sie im Haushalt des Landkreises konkret sparen und in welche Bereiche würden Sie trotz knapper Mittel gezielt investieren?

 

Beim Blick in den Haushalt sehe ich de facto keine Chance zu kürzen. Die Aufgaben wachsen, aber die Gelder wachsen nicht mit.

Wie schon oben beschrieben, werde ich auf alle Ebenen für eine Vermögenssteuer werben, um die Kommunen besser auszustatten.

 

10) Es gibt mehrere Bewerber für das Amt des Landrats für den Landkreis Rosenheim – was schätzen Sie an einem der anderen Kandidaten?

 

An Josef Fortner von der ÖDP schätze ich seinen unermüdlichen Einsatz für die Umwelt.

Die Klimakrise ist eine der größten Bedrohungen für die Menschheit – und wir brauchen alle, die sich dafür einsetzen, die Erderhitzung soweit abzubremsen, wie nur irgendwie geht.

 

Wir danken allen Kandidatinnen und Kandidaten für ihre Teilnahme an unserem Kandidatencheck. Die Antworten der weiteren Kandidaten und der Kandidatin findest du in den einzelnen Beiträgen hier bei aROund!

 

Hast du Fragen, wie: Wer außer dem Landrat wird bei dieser Wahl auch noch gewählt?
Wann kommt es zur Stichwahl? Wie fülle ich die Stimmzettel richtig aus?

Alle wichtigen Infos rund um die Kommunalwahl in Bayern findet du im aROund Life Hack Kommunalwahl Bayern!

 

Und für alle, die noch unter 18 Jahren alt sind, empfehlen wir die U-18-Wahl!

 

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