Was macht aROund am Chiemsee? Natürlich ein Picknick! Moment… Wirklich einfach nur beisammen sitzen, ratschen und essen? Nicht ganz bei aROund wird die gemeinsame Zeit oft auch für etwas Kreatives benutzt. In diesem Fall haben wir eine Runde kratives Schreiben gemacht. Kannst du herausfinden, was unser Thema war?
Andrea
Du kommst aus dem Wasser
Und niemand sieht dich wie ich dich hier
Du bist so vielfältig wie wir hier
Ich bin Mitglied von Team aROund und wer möchtest du sein?
Wir sitzen da du siehst mich ich seh dich aber wir sind nicht allein
Willst du dann auch ein Teil von Team aROund sein oder bleibst du lieber allein?
Wir sitzen hier und du bist da
Wir wollen dich miteinschließen ja klar
Aber du willst wirklich allein sein
Allein sein ist ein Synonym für einsam sein du weißt Bescheid
Im Endeffekt ist allein sein keine Möglichkeit
Von allein sein bis Team aROund
Wir sind vielfältig und laut denn allein sein ist einsam und einsam ist heute nicht erlaubt
Flo
Im Chiemsee, im Starnberger See oder am Königssee, überall wurden über die letzten Jahrhunderte merkwürdige Erscheinungen gesichtet.
Es ist ein Mann, aber ein untoter Mann, welcher aus dem Wasser empor steigt. Er hat eine zerrissene Uniform, ist er etwa ein Seemann, welcher vor Jahren ertrunken ist? Ist es ein Soldat, welcher vor langer Zeit hier sein Ende fand?
Die Uniform ist feierlicher als eine solche, sie ist gar majestätisch! Es handelt sich um das bayerische Königsgewand.
Es muss unser König Ludwig II. sein, vor mehr als 150 Jahren ertrunken. Überall an seinen alten Wirkungsstätten ist er zu sehen.
Ein König, ohne Schloss und ohne Reich, auf der ewigen Suche nach seinem Thron.
Ob er diesen je findet ist ungewiss. So sucht er weiter die Seen heim, bis auf alle Ewigkeit.
Melina
Es ist fast windstill, sonnig und angenehm warm. Unser Picknick macht das Idyll perfekt. Alle lachen und erzählen sich Geschichten, schließlich haben sich die meisten schon lange nicht mehr gesehen.
Während ich den Gesprächen lausche lasse ich meinen Blick über den Chiemsee schweifen. Ich sehe ein paar Enten und viel Wasser. Und Wellen, kreisrunde, sich gleichmäßig ausbreitende Wellen.
„Was sind das für seltsame Wellen?“ Die Frage stelle ich mehr mir selbst, aber auf einmal schauen alle angestrengt aufs Wasser. Sie schauen fragend, aber nicht weil sie sich über den Ursprung der Wellen wundern. „Wo siehst du Wellen? Das Wasser ist komplett ruhig.“
Ruhig? Ich verstehe es nicht. Die Wellen werden nicht ruhiger, sondern stärker. Aber keiner der anderen scheint sie zu sehen.
Um mich herum laufen schon wieder die Gespräche. Ich höre gar nicht mehr richtig zu, sondern bin fokussiert auf die Wellen. Aus der Mitte des Wellenkreises taucht etwas auf. Ich gebe einen Laut der Überraschung von mir, denn damit hätte ich nie gerechnet. Aus dem Wasser ragt jetzt eine kleine Insel… Mitten im Chiemsee und, soweit ich das von hier sagen kann, nicht größer als die Picknick Decke auf der ich sitze. Auch davon scheinen die anderen keine Notiz zu nehmen.
Was ist das für eine Insel und warum ist sie auf einmal aufgetaucht? Und warum scheine nur ich sie sehen zu können? Vielleicht sollte ich hin schwimmen und nachsehen? Ich muss wissen was da ist.
Ein Ellenbogen in die Seite reißt mich aus meinen Gedanken… Wir gehen weiter. Mit einem letzten Blick auf die Insel kehre ich wieder in den aROund Ausflug zurück.
Audrey
Die Wassergestalt
Es ist ein schöner sonniger Nachmittag und ich picknicke mit meinem Team am See. Kinder spielen, Menschen laufen vorbei und ich schaue den rauschenden kleinen Wellen zu.
Ich bin sehr fixiert auf das Wasser, wie sich die Sonne darin spiegelt und kleine Boote vorbeifahren. Erst unauffällig, dann immer größer tut sich was im Wasser. Es ist schwierig zu beschreiben, aber es tut sich eine Art Öffnung mitten im Wasser auf. Ich denke mir gerade: Werde ich verrückt? Oder sehen es die anderen auch? Die anderen sehen, im Gegensatz zu mir, ganz entspannt und uninteressiert aus.
Meine Augen weiten sich etwas. Was ist das? Und warum merken die anderen nichts? Die Öffnung im Wasser öffnet sich immer wieder mehr, und das Wasser sammelt sich an den Seiten auf, wie als Mose das Meer teilte.
Eine Gestalt macht sich sichtbar, sehr glänzend. Ein Körper geformt wie der Mensch, doch klar, und durchsichtig wie das Wasser. Ich weiß nicht was das für eine Gestalt ist. Ein Wassergeist? Ich habe so etwas noch nie gesehen.
Ich versuche, die anderen auf die Gestalt aufmerksam zu machen, doch sie halten mich für verrückt. Ich meine es aber ernst, aber offensichtlich sehe nur ich diese Gestalt. Warum? Das weiß ich nicht. Ich schaue weiter sichtlich
verwirrt auf das Wasser.
Die Gestalt bückt sich und pflückt ein paar Algen und formt eine Krone daraus. Ich neige meinen Kopf etwas zur Seite und blicke verwirrter als vorher auf die Kreatur. Die Kreatur sieht mich, nimmt mich wahr und bewegt sich langsam auf mich zu. Es ist so, als würde es versuchen, mit mir eine Verbindung aufzubauen.
Jetzt muss ich aber wirklich verrückt geworden sein. Wassergestalten, die gibt es doch gar nicht. Ich schaue nach rechts und links. Die anderen schauen mich immer noch so an, als wäre ich nicht mehr Herr meiner selbst.
Hannah
Ich führe ein Gespräch mit einem unsichtbaren Jungen
Als sich plötzlich das Wasser teilte und immer größere Wellen an den Strand schwappten, aber niemand reagierte, überlegte ich, ob ich an diesem Morgen die falschen Tabletten eingeschmissen hatte.
Ich rieb mir die Augen und schaute auf meine Uhr, irgendwo hatte ich mal gehört, dass Uhren in Träumen nicht funktionieren. Ich ging aufs Wasser zu und drehte mich um, aber niemand sah den schwarzhaarigen Jungen von ungefähr 14 Jahren, der aus dem Wasser stieg. Was noch komischer war, war, dass der Junge gar nicht nass war. Er hielt ein bronzenes Schwert in den Händen und sein leuchtend oranges T-Shirt war an einer Stelle kaputt. Ich muss ziemlich blöd drein geschaut haben, denn er starte mindestens genau so blöd zurück. Dann schaute er an sich herunter und hob das Schwert. Jeder andere wär jetzt zwei Schritte zurückgetreten, aber da ich ja eh schon halluzinierte war es wohl egal, von einem Teenager mit einem Schwert bedroht zu werden. Er drehte das Schwert und es schrumpfte. Falls das möglich war, wurden meine Augen noch größer. „Wa…Wie..Äh..“ „Du hast das gesehen?“, fragte er. Ich nickte. „Das Schwert äh…“ „Nun am besten wär’s, du würdest das wieder vergessen.“ „Ähm, wä..Wii..Waa?“
Ich hätte gerne behauptet, mir wäre etwas literarisch Wertvolleres eingefallen, aber ich stotterte nur: „Wie?“ „Oh Äh Magie.“, sagte er. „Ah?“ Meine Wortgewandtheit war also noch nicht zurückgekehrt.
„Also ich bin dann mal weg. Ich eh… vergiss am besten alles.“ „Halt stopp! Wer bist du? Was machst du hier? Warum kann nur ich dich sehen und die anderen nicht? Und warum zum Teufel bist du nicht nass?“
Alle Worte kamen auf einmal. Der Junge seufzte. “Pass auf, die Tatsache dass du mich sehen kannst ist nicht gut. Für dich.“
Ich verschränkte meine Arme. „Ach ne Sherlock, ich dachte Halluzinationen sind ein Zeichen von blühender Gesundheit.“ „Witzig. Aber du halluzinierst nicht. Die anderen sehen mich nicht wegen dem Nebel.“
Nebel. Klar, an diesem sonnenklaren Tag im Mai. Man muss mir meine Verwirrung angesehen haben, denn er meinte: „Hast du jemals was gesehen, was du nicht erklären konntest?“
Ich dachte an mein Leben zurück und ehrlich gesagt gab’s da weniger was ich erklären konnte als andersrum.
Der Junge nickte. „Für die meisten wird diese Welt von einem Zauber verdeckt, der sich Nebel nennt.“ „Ah?“ „Ja, ich habe jetzt wirklich keine Zeit.“ Darauf rannte er davon. „Eh?“
„Wieso redest du mit der Ente?“, fragte mich eine Freundin. „Ente?“ „Ja, die Ente, die gerade aus dem Wasser kam, die jetzt weggerannt ist.“ „Ah… Nur so.“ Die meisten waren solche komischen Angewohnheiten von mir schon gewohnt, also dachten sie sich nichts dabei. Ich allerdings dachte noch den ganzen Nachmittag darüber nach, was der Junge meinte: `Vergiss alles was du gesehen hast.` Aber da ich selten tat, was man mir sagte, würde ich das jetzt bestimmt nicht tun.