K.O.mmt mir nicht ins Glas!
Schütz dich vor K.O.-Tropfen! Opfer haben keine Schuld!
Wie fühlt es sich an, wenn man ohne es zu wissen K.O.-Tropfen konsumiert hat? Was kann man tun, wenn man einen Verdacht hat? Und wie kann man sich schützen, damit das weder einem selbst noch den Freund*innen passiert?
Damit du sicher feiern kannst und nach der Party gut nach Hause kommst, werden im Landkreis Rosenheim gerade kostenlos Drink Safer (Kronkorken aus Silikon) verteilt. Über einen QR Code führen sie dich zu diesem Artikel hier mit wertvollen Tipps für deine Sicherheit beim Feiern!
Klare Sicht? | Foto: Rebecca
Achtung: Spiking
K.O.-Tropfen schmeckt, riecht und sieht man nicht! Aber sie haben ihren Namen nicht umsonst: Knock out! Jemandem K.O.-Tropfen ins Getränk zu tun (Spiking) ist eine Straftat und kann für die Opfer richtig gefährlich werden. Es ist also wichtig, dass du dich schützt und dir im Notfall Hilfe holst!
Wirkung
Erste Anzeichen, dass man K.O.-Tropfen zu sich genommen hat, setzen ungefähr 15-30 Minuten nach der Einnahme ein. Es kann sich ähnlich wie ein Alkohol-Rausch anfühlen. Typische Symptome je nach Dosierung sind Schwindel, Übelkeit und Erbrechen, aber auch Orientierungslosigkeit und Gedächtnisstörungen bis hin zur Bewusstlosigkeit. Die Wirkung hält ungefähr 1,5-4 Stunden an.
Richtig gefährlich wird es bei Mischkonsum mit Alkohol. Das kann zu koma-ähnlichem Tiefschlaf führen und im schlimmsten Fall zu tödlichem Atemstillstand.
Gefahr
K.O.-Tropfen verabreicht niemand zum Spaß. Meist steckt der Plan dahinter, jemandem zu schaden, entweder durch Raub oder durch eine Sexualstraftat, wie eine Vergewaltigung. Aber auch wenn es dazu nicht kommt, können K.O.-Tropfen eine ernste Gefahr für die Gesundheit sein und sogar lebensbedrohlich werden.
Wichtig: Die Opfer haben nichts falsch gemacht! Die Täter sind die Verbrecher.
Der beste Schutz
Lass dein Getränk am besten nie aus den Augen! Wenn du zum Tanzen oder aufs Klo gehen möchtest, kannst du Freunde bitten, auf dein Glas zu schauen. Es gibt auch Abdeckungen. Bei Flaschen-Getränken kannst du Silikon-Kronkorken, so genannte Cronis oder Drink Safer nutzen. Auch Test-Streifen oder -Armbänder kann man kaufen. Die haben ein oder mehrere Felder, wo man sein Getränk drauftropfen kann, um zu checken ob es sauber ist. Allerdings reagieren die Testfelder nur auf die gängisten K.O.-Tropfen und nicht auf alle.
Nimm keine Getränke von Fremden an – höchstens wenn es sich um verschlossene Flaschen handelt.
Sauber oder gespiked? | Foto: Rebecca
Nicht allein bleiben
Wenn du den Verdacht hast, dass du K.O.-Tropfen geschluckt hast, hol dir auf jeden Fall Hilfe! Sprich Freunde an und informiere auch das Personal an der Bar oder die Security. Die sind für solche Fälle geschult und helfen dir. Außerdem schützt du so vielleicht auch andere, falls du an diesem Abend nicht die einzige Betroffene bist.
Verlasse die Party und lass dich abholen oder von Freunden heimbegleiten. Wenn das nicht geht, dann kannst du kostenlose Angebote wie das Heimweg-Telefon oder eine Wegbegleiter-App wie Eve nutzen.
Sei vorsichtig, falls dir jemand helfen will, den du gar nicht kennst!
Vielleicht ist das ja auch der Täter.
Wenn es dir besonders schlecht geht, kannst du auch den Notruf 112 wählen. Rettungsdienste unterliegen der Schweigepflicht und holen nicht immer automatisch die Polizei dazu. Mach dir also nicht so große Sorgen darüber, ob du vielleicht selbst zu viel Alkohol getrunken hast. Hier geht es um deine Sicherheit, deine Gesundheit und dein Leben!
Anderen helfen
Wenn du beobachtest, dass es einer Person schlecht geht und sich niemand um sie kümmert, dann frag doch einfach mal „Alles klar bei dir?“ und biete Hilfe an. Frische Luft oder ein Glas Wasser können vielleicht schon helfen. Wenn nicht, dann hol unbedingt jemand vom Team der Veranstalter dazu.
Prost! | Foto: Rebecca
Spuren sichern
Jemand aus deiner Clique ist tatsächlich ohnmächtig geworden und ihr habt den Notruf gewählt? Wenn es euch komisch vorkommt, weil die Person eigentlich gar nicht so viel Alkohol getrunken hat oder noch vor kurzem total fit war, dann informiert die Rettungskräfte darüber! Es ist ein wichtiger Hinweis, denn man kann K.O.-Tropfen im Blut oder Urin eine Zeit lang nachweisen, allerdings wird das ohne Verdacht nicht immer automatisch überprüft.
Schwieriger wird es, wenn du am nächsten Tag einen Filmriss hast und dich fragst, was gestern genau passiert ist.
Wenn du den Verdacht hast, dass dich jemand angefasst, ausgenutzt oder missbraucht hat, dann kann man dir im Krankenhaus helfen, Spuren zu sichern. Am besten keine Zeit verlieren – eine gynäkologische Beweissicherung ist über die Notaufnahme der RoMed Klinik Rosenheim 24/7 möglich.
Anzeige erstatten
Such die Schuld bitte nicht bei dir! Wenn du K.O.-Tropfen im Getränk hattest, dann bist du nicht die einzige, der das passiert ist. Lass es dem Täter nicht durchgehen!
Melde dich bei der Polizei und zeige die Tat an, auch wenn du dir unsicher bist und denkst, dass man den Täter vielleicht eh nicht erwischen wird.
Die Beauftragte für Kriminalitätsopfer im Raum Rosenheim ist Karin Wagner vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd.
Wenn du befürchtest, dass dir niemand glaubt, dann wende dich an eine Beratungsstelle wie MaVia Rosenheim! Die wissen sehr gut, wie es dir gerade geht und werden dich unterstützen.
Background Infos
Es gibt an die 200 Substanzen, die man als K.O.-Tropfen bezeichnen kann. Meist handelt es sich um Liquid Ecstasy, auch bekannt als GHB (Gamma-Hydroxybutyrat) oder nur G. Das unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz. Der Erwerb, Besitz, die Herstellung, Verabreichung und der Handel damit sind also strafbar!
Allein der Versuch, jemandem K.O.-Tropfen zu verabreichen wird als gefährliche Körperverletzung gewertet. Man kann dafür ins Gefängnis kommen.
Rosenheim
gegen K.O.-Tropfen
K.O.mmt mir nicht ins Glas! ist eine Kampagne des Kreisjugendamts Rosenheim und der Gesundheitsregion PLUS zur Aufklärung der Gefahren von K.O.-Tropfen und zum Schutz junger Menschen beim Feiern.
Schau auf deine Freundinnen und Freunde, schütze dich und andere und hab viel Spaß beim Feiern!
Sicher Feiern! | Foto: Rebecca