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Gaming

Foto: Zwei Jugendliche mit Gaming-Controllern sitzen outdoor vor einer grün mit Weinlaub bewachsenen Wand

Foto: Anne

Selbst wenn du täglich zockst, musst du nicht gaming-süchtig sein.
Die Frage ist: Wer hat die Kontrolle? Du über die Games – oder die Games über dich?
Denn Gefahren, wie psychische Abhängigkeit, körperliche Entzugserscheinungen oder Geldprobleme können schnell real werden.

Fragst du dich, ob du bereits ein Suchtproblem hast oder willst du dich informieren, um gar nicht erst süchtig zu werden?

In diesem LIFE HACK haben wir wichtige Infos für dich zusammengestellt.

Pro Gaming

Abschalten & Spaß haben

Zocken kann glücklich machen. Man taucht in eine fantastische Welt ein, hat als ein Charakter besondere Fähigkeiten und feiert Erfolge. Das kann den Selbstwert pushen und Spaß machen. Außerdem kann man mal so richtig abschalten vom stressigen Alltag, wo es vielleicht gerade nicht so läuft.

 

Teamplay

Über Online Games kann man auch Freunde mit ähnlichen Interessen finden.

Und einige Games fördern ein gutes Teamplay, also dass man lernt, wie man mehr erreichen kann, wenn man mit anderen zusammenarbeitet. Das ist oft auch in der realen Welt gefragt.

 

Gutes Training

Über Games lassen sich tatsächlich manche Skills trainieren und verbessern, z.B. eine schnelle Reaktionszeit, ein gutes Vorstellungsvermögen oder die Fähigkeit, kreative Lösungen zu finden.

Gewinner sind am Ende die, denen es gelingt, eine gute Balance zwischen der realen und der virtuellen Welt zu halten!

Glückshormone

Dopamin

Gaming und Social Media haben einen starken Effekt auf die Glückshormone in deinem Körper.
Wenn viel Dopamin ausgeschüttet wird, fühlt sich das für dich extrem gut an. Problematisch wird es, wenn der Hormonspiegel wieder fällt und sich das so mies anfühlt, dass du immer mehr zocken willst.

Während des Zockens geht es den meisten Menschen gut, aber stelle dir immer wieder folgende Frage: Geht es mir auch NACH dem Zocken besser als davor?

Roleplay

Bei Social Media wird dir immer neuer Content angezeigt, der dir gefällt, weil der Algorithmus so programmiert ist, dass du gar nicht abschalten magst und möglichst viel Zeit in den Apps verbringst.

Bei Games geht es noch tiefer in deine Psyche. Du tauchst in eine fantastische Welt ein und spielst Charakter mit besonderen Fähigkeiten. Das fühlt sich gut an und du möchtest so sein, wie dein Held.
Aber in der realen Welt hast du diese Skills nicht und sehnst dich schnell zurück in die Gamingwelt.

 

Erfolg

Wenn du ein super schwieriges Level geschafft hast, ist das ein großartiges Erfolgserlebnis. Das pusht dich dazu weiterzumachen.

Oft gibt es in Videospielen auch Belohnungen, wie Münzen oder Ausrüstung. Man hat etwas erreicht oder bekommt etwas geschenkt und das fühlt sich natürlich gut an!

Wie gut man mit den verschiedenen Levels von Dopamin klarkommt, hängt auch davon ab, wie gut man generell mit Stress und Problemen umgehen kann.

Warnzeichen

Ab wann ist es Sucht?

Jeder hat ein gewisses Risiko, in eine Abhängigkeit zu geraten – manche mehr und andere weniger.
Eine Sucht entsteht nicht von heute auf morgen, sondern schleichend über mehrere Monate hinweg und manchmal merkt man gar nicht, dass man sich verändert hat.

Ernsthaft Gedanken machen solltest du dir, wenn du Dinge vernachlässigst, die dir früher Spaß gemacht haben – wenn du dich z.B. weniger mit Freunden in der realen Welt triffst oder ein Hobby aufgibst.

Auch schlechtere Noten können ein Warnsignal sein, weil man durch das Zocken weniger Zeit zum Lernen hat.

 

Psychische Probleme

Bist du öfter fahrig, aufbrausend und hast Schwierigkeiten, dich zu konzentrieren? Das können ersten Anzeichen von psychischer Abhängigkeit sein.

Videospiele können nicht nur Glückshormone ausschütten, sondern auch frustrierend sein, wenn man es z.B. nicht schafft, ein Level abzuschließen, wertvolle Boni verliert oder gezwungen wird, das Spiel auszuschalten, obwohl man viel lieber weiterspielen möchte. Schaffst du es dann, mit der Enttäuschung oder Wut umzugehen oder lässt du den Frust an anderen aus, selbst wenn du merkst, dass das unfair ist?

Dann ist es Zeit, auch mal wieder etwas anderes zu machen, wie Sport, Rausgehen oder Freunde treffen!

 

Körperliche Entzugserscheinungen

Bist du öfter übermüdet und kannst trotzdem abends lange nicht einschlafen oder wachst ohne Grund mitten in der Nacht auf? Das kann die Folge einer Abhängigkeit vom Gaming sein.

Dazu können sogar Entzugserscheinungen kommen, wie Zittern, Herzrasen oder Schwindel.

 

Family & Friends

Oft haben Eltern oder gute Freunde feine Antennen dafür, dass du dich verändert hast oder dass es dir nicht gut geht. Manchmal merken sie das besser als man selbst. Sei nicht unfair, wenn sie dich darauf ansprechen, denn sie wollen dir bestimmt nur helfen!

Als guter Freund oder gute Freundin kannst du auch anderen helfen, indem du nicht einfach wegsiehst.

Mach der Person, um die du dich sorgst, aber keine Vorwürfe, sondern sprich an, welche Veränderung du bemerkt hast und zeige, dass du für sie da bist!

Dark Patterns

Fiese Fallen

Dark Patterns sind fiese Tricks der Gaming oder Social Media Industrie. Sie begünstigen eine exzessive und ungesunde Nutzung vor allem bei Apps auf dem Smartphone.

Das Design von Social Media Plattformen ist oft auf ein unendliches Scrolling ausgerichtet, damit man möglichst viel Zeit in der App verbringt – weit mehr als man es vielleicht vorhatte und oft sogar ohne zu merken, wie spät es schon ist.

 

FOMO

Die Angst etwas zu verpassen oder auch fear of missing out (FOMO) genannt, fördert das Suchtverhalten.

Der gemeinste Trick der Betreiber von Apps sind dabei Push Nachrichten. Die holen dich immer wieder zurück, obwohl du das Handy vielleicht gerade weglegen wolltest.

Check in den Einstellungen, wie du die Push Benachrichtigungen ausschalten kannst! Du wirst schnell feststellen, dass du dadurch nichts wirklich wichtiges verpasst!

Strafe und Belohnung

Besonders großer Druck wird auf dich ausgeübt, wenn dir im Spiel ein Verlust droht, z.B. durch die Unterbrechung eines langes Streaks. So hast du das stressige Gefühl, das Spiel oder die App mindestens täglich weiterspielen zu müssen.

Auch befristete Angebote können dich unter Druck setzen, mehr Zeit zu investieren oder sogar Geld auszugeben. Man bekommt schnell das Gefühl, sonst eine einmalige Gelegenheit zu verpassen, die nie wiederkommt.

Mach dir klar: Solche Angebote sind nie Geschenke der Gaming-Industrie, sondern immer eine Falle!

Geld und Mobbing

Kostenfalle

In manchen Videospielen, kann man sich hilfreiche Items oder Statussymbole mit realem Geld kaufen. Das verlockt dazu, den Überblick zu verlieren, wieviel Geld man eigentlich schon ausgegeben hat.
Besonders gefährlich sind hier Apps mit so genannten In-App-Käufen. Kleine Beträge scheinen erstmal kein großer Verlust zu sein, aber sie summieren sich schnell und am Ende ist man nicht selten enttäuscht, wenn man merkt, dass man sich in der realen Welt etwas Schönes davon hätte kaufen können.

Der beste Trick hier ist, vor dem Kauf eine Nacht drüber zu schlafen!
Mit ein bisschen Abstand kann man immer klarer sehen, ob sich die Investition wirklich lohnt.
Der Endgegner von vernünftigen Entscheidungen sind befristete Sonderangebote. Die zielen ganz gezielt darauf ab, dass du dich schnell entscheiden musst, weil schnelle Entscheidungen oft die schlechteren sind!

 

Mobbing

Bei Online-Games, die durch Chats begleitet werden, gibt es ein hohes Risiko von Cybermobbing und Hate Speech!

Wenn du merkst, dass dir bestimmte Personen nicht gut tun, dann blockiere sie oder melde sie sogar. Wann es sich lohnt, etwas zur Anzeige zu bringen, dabei berät dich z.B. die online Meldeplattform REspekt!

Such als Opfer nie die Schuld bei dir! Die anderen sind die Bösen. 

Hol dir Hilfe und lass dich beraten. Das geht auch online, wie z.B. bei JUUUPORT – einer deutschlandweiten Beratungsplattform für junge Menschen, die Probleme im Netz haben.

Hilfreiche Tipps

Zeitlimits

Die Zeit, die man beim Zocken oder am Handy verbringt, ist zwar nicht der alleine Faktor für eine problematische Nutzung, aber es gibt eine Faustregel für Jugendliche ab 10 Jahren. So alt wie du bist, so viele Stunden „darfst“ du pro Woche Medien nutzen. Wenn du also 14 Jahre alt bist, kannst du 14 Stunden auf die 7 Tage der Woche aufteilen.

Wenn du merkst, dass es besser für deine Gesundheit wäre, deine Mediennutzung zeitlich einzuschränken, ist der erste Schritt: Ausmisten! Lösche Apps, die du nicht unbedingt brauchst und entfolge Kanälen bei Social Media, die dir nicht gut tun oder dir eigentlich nicht wichtig sind.

In den Einstellungen deines Handys kannst du auch Zeitlimits einstellen, wie lang du welche App pro Tag nutzen möchtest.
Leg das Handy auch öfter mal bewusst weg (z.B. beim Essen oder vor dem Einschlafen) oder nimm es gar nicht erst mit (z.B. in die Schule oder zum Sport).

Ein spannender Trick ist auch, das Display auf schwarz-weiß zu stellen. Das macht die Nutzung sofort unattraktiver.

 

Professionelle Beratung

Tatsächlich gibt es Beratungsstellen, die dir kostenlos weiterhelfen – egal, ob du dich nur informieren willst, dir Sorgen um einen Freund oder ein Familienmitglied machst oder merkst, dass du in eine Abhängigkeit geraten bist, aus der du alleine nicht mehr rauskommst.

In Rosenheim ist das z.B. neon – eine gemeinnützige Organisation zur Suchthilfe und Prävention.
Dort kannst du anrufen und einen ersten Termin vereinbaren. Die beratende Person findet mit dir gemeinsam heraus, welche Ziele du hast und hilft dir dabei, sie zu erreichen.

Lies dazu auch das aROund Interview mit Adelina Heinz, die bei neon Rosenheim als Jugend-Suchtberaterin arbeitet! Täglich hilft sie 14- bis 21-Jährigen, die Probleme mit Social Media oder Gaming Sucht haben.

Wenn du dir Gedanken machst, ob dein Umgang mit Videospielen gefährlich für deine Gesundheit ist oder ob Freunde von dir ein Sucht-Problem haben, dann kontaktiere eine Beratungsstelle!
Dort wird dir kostenlos und unter Schweigepflicht weitergeholfen.

 

Infos & Kontakt

 

Unterstützung hier bei uns vor Ort findest du zum Beispiel bei neon Prävention und Suchthilfe Rosenheim oder bei der Koordinationsstelle für Suchtprävention, Medienkompetenz und Gesundheitsförderung der Diakonie Rosenheim.

 

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